{"id":79723,"date":"2024-11-13T00:17:29","date_gmt":"2024-11-12T23:17:29","guid":{"rendered":"https:\/\/lockruf.com\/?p=79723"},"modified":"2024-11-13T00:17:30","modified_gmt":"2024-11-12T23:17:30","slug":"angekommen-warum-das-streben-nach-mehr-nicht-immer-der-schluessel-zum-glueck-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/der-die-das.info\/?p=79723","title":{"rendered":"Angekommen: Warum das Streben nach \u201eMehr\u201c nicht immer der Schl\u00fcssel zum Gl\u00fcck ist"},"content":{"rendered":"<style>.kb-image79723_b28276-ab .kb-image-has-overlay:after{opacity:0.3;}<\/style>\n<figure class=\"wp-block-kadence-image kb-image79723_b28276-ab size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"637\" src=\"https:\/\/der-die-das.info\/wp-content\/uploads\/gutist-1024x637.jpg\" alt=\"\" class=\"kb-img wp-image-79731\" srcset=\"https:\/\/der-die-das.info\/wp-content\/uploads\/gutist-1024x637.jpg 1024w, https:\/\/der-die-das.info\/wp-content\/uploads\/gutist-300x187.jpg 300w, https:\/\/der-die-das.info\/wp-content\/uploads\/gutist.jpg 1218w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>So, heute wird es mal kurz pers\u00f6nlich. Vor kurzem arbeitete ich mich f\u00fcr ein Projekt aus beruflichen Gr\u00fcnden wieder mal durch LinkedIn und Facebook. Ich scrollte durch die \u00fcbliche Flut an Erfolgsbeitr\u00e4gen, Meilensteinen, Tipps zum perfekten Leben und die immer wiederkehrende Frage: \u201eWas habe ich in den letzten drei Minuten erreicht?\u201c Irgendwann fragte ich mich, wo eigentlich all die &#8222;echten Menschen&#8220; geblieben sind, die einfach nur\u2026 na ja, <em>okay<\/em> sind. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;Muss man wirklich t\u00e4glich einen neuen Erfolg feiern oder das n\u00e4chste gro\u00dfe Ziel \u00f6ffentlich teilen, um einen Platz in dieser Online-Welt zu finden?&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Genau bei diesem Gedanken kam mir die Idee zu diesem Artikel. <\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht liegt das eigentliche Gl\u00fcck nicht in immer neuen Meilensteinen und Selbstoptimierung, sondern im Innehalten und im Ankommen \u2013 darin, sich selbst und das eigene Leben so zu akzeptieren, wie es ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber okay \u2013 ich kann den Reiz dieser Selbstdarstellung und der damit verbundenen Suche nach Anerkennung verstehen. Denn wenn der eigene Weg nicht perfekt und geradeaus verl\u00e4uft, ist die Versuchung gro\u00df, sich \u00fcber Erfolge zu definieren und Best\u00e4tigung zu suchen. Mein eigener Lebenslauf war schlie\u00dflich auch kein Bilderbuch-Erfolg.<\/p>\n\n\n\n<p>1993 machte ich mein Abitur mit einem\u2026 sagen wir, <em>durchschnittlichen<\/em> Ergebnis. Dann folgte der Zivildienst in der Schwerstbehindertenbetreuung \u2013 eine Zeit, die mir viel \u00fcber Geduld und Mitgef\u00fchl beigebracht hat. Danach absolvierte ich eine Banklehre, weil mein Vater meinte, ich solle erst mal etwas \u201eSolides\u201c machen. \u201eSp\u00e4ter kannst du immer noch das tun, was du wirklich willst,\u201c sagte er. Ich verstand diesen Rat damals nicht wirklich, aber ich befolgte ihn. Heute bin ich tats\u00e4chlich dankbar daf\u00fcr. Aber bitte: Erz\u00e4hlt es nicht weiter \ud83d\ude09 <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-1 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p>Doch die Welt der Banken erf\u00fcllte mich nicht wirklich &#8211; was noch nett ausgedr\u00fcckt ist. Stattdessen zog es mich ja schon lange zur Musik, ich war Schlagzeuger und Schlagzeuglehrer und verbrachte einige Jahre damit, rhythmisch und kreativ \u201eauf die Pauke zu hauen\u201c.  Dann probierte ich es mit einem Wirtschaftsp\u00e4dagogik-Studium, das ich aber abbrach, weil ich auch ohne Abschluss eine neue Richtung einschlug: 1998 ging ich ins Webdesign und bin seitdem selbstst\u00e4ndig.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p>2002 gr\u00fcndete ich mit zwei Kollegen die Firma \u201eLockruf.\u201c \u00dcber die Jahre hat sich viel ver\u00e4ndert \u2013 einer der Kollegen schied irgendwann aus, und im Mai dieses Jahres verstarb mein Gesch\u00e4ftspartner und Freund. Das hat mich wieder einmal innehalten lassen. Denn bei all dem Wandel wurde mir klar, dass echter Erfolg selten in Titeln oder neuen Projekten liegt, sondern in den Menschen, die man um sich hat, und in dem Gef\u00fchl, dass man sich selbst treu bleibt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"angekommen-und-das-auch-dank-besonderer-menschen\"><strong>Angekommen \u2013 und das auch dank besonderer Menschen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Heute bin ich finanziell unabh\u00e4ngig, in einer Beziehung, die mich wirklich gl\u00fccklich macht, und arbeite mit Kund*innen, die ich ehrlich sch\u00e4tze. Ich habe viel von jemandem gelernt, der mir nahe steht \u2013 \u00fcber G\u00fcte, Verst\u00e4ndnis und wie wichtig es ist, authentisch und mitf\u00fchlend zu sein, ohne eine B\u00fchne daraus zu machen. Diese kleinen, leisen Werte bedeuten mir inzwischen weit mehr als all das, was man in der digitalen Welt an Erfolgsrezepten und Lautst\u00e4rke findet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hach, wie sch\u00f6n, sich selbst zu erkennen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meditation hat mich dabei unterst\u00fctzt, meine St\u00e4rken und Schw\u00e4chen als das zu akzeptieren, was sie sind \u2013 einfach Teile von mir. Ich habe gelernt, auch meine negativen Seiten zu erkennen und anzunehmen, anstatt st\u00e4ndig an mir herumzuoptimieren. Diese Akzeptanz brachte eine neue Ruhe mit sich und half mir, das Leben nicht als dauernden Wettlauf zu sehen, sondern auch mal entspannt innezuhalten. Und das Beste: Ich muss dabei nicht mal einen \u201eMindset-Quote\u201c posten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum uns das Streben nach \u201eMehr\u201c oft blind macht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir leben in einer Welt, die uns eintrichtert, dass Erfolg alles ist. Wer nicht w\u00e4chst, verliert, und wer nicht st\u00e4ndig neue Meilensteine setzt, bleibt zur\u00fcck. Aber manchmal kann dieses permanente Streben eine Illusion sein, die uns das Wesentliche \u00fcbersehen l\u00e4sst. Ich habe selbst erlebt, wie das Bed\u00fcrfnis, immer weiter zu kommen, dazu f\u00fchrt, dass man die wertvollen Momente \u00fcbersieht: das gute Gespr\u00e4ch, eine liebevolle Geste oder einfach ein Tag, an dem mal <em>nichts<\/em> ansteht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"der-wahre-wert-von-zufriedenheit\"><strong>Der wahre Wert von Zufriedenheit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Zufriedenheit ist f\u00fcr mich kein Stillstand, sondern die Freiheit, im Hier und Jetzt einfach nur \u201eda\u201c zu sein \u2013 ohne st\u00e4ndig die n\u00e4chste Erfolgsrakete z\u00fcnden zu m\u00fcssen. Die Lektionen, die mir das Leben, meine Freundschaften und die Meditation mitgegeben haben, zeigen mir, dass echtes Leben auch und gerade au\u00dferhalb der Inszenierungen auf Social Media stattfindet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jeder Morgen ist ein neuer Anfang<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt kaum etwas Beruhigenderes, als zu wissen, dass jeder neue Tag eine frische Chance bietet. Egal, was gestern schiefging oder ob wir uns verloren f\u00fchlten \u2013 der n\u00e4chste Morgen kommt mit einer leeren Seite. Ja, ich wei\u00df, das klingt ein bisschen wie aus einem \u201eLebensweisheitenratgeber.\u201c Aber vielleicht ist es genau das, was wir immer wieder \u00fcbersehen, weil es so selbstverst\u00e4ndlich scheint: Jeder Morgen ist eine Einladung, neu zu beginnen, ohne sich von gestern festhalten zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Statt uns also auf das zu fixieren, was wir noch erreichen \u201em\u00fcssen\u201c oder was gestern nicht geklappt hat, k\u00f6nnen wir jeden Tag als eine neue M\u00f6glichkeit sehen. Ein neuer Morgen hei\u00dft, alte Fehler hinter uns zu lassen, kleine Erfolge zu feiern und vielleicht einfach mal langsamer anzufangen. Alles braucht seine Zeit \u2013 und der kleine Fortschritt heute reicht vollkommen. Morgen gibt\u2019s dann wieder eine neue Chance, und das Sch\u00f6ne daran ist, dass uns keiner dr\u00e4ngt. Manchmal ist das wirklich alles, was wir brauchen: die Freiheit, jeden Morgen einfach nochmal neu zu beginnen, so unperfekt und wunderbar menschlich, wie wir sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-schonheit-des-unperfekten-und-die-freiheit-fehler-zu-machen\"><strong>Die Sch\u00f6nheit des Unperfekten und die Freiheit, Fehler zu machen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>In unserer Welt, die oft Perfektion verlangt und den Fokus auf das n\u00e4chste gro\u00dfe Ziel setzt, bleibt wenig Platz f\u00fcr das Unperfekte. Dabei liegt genau darin so viel Sch\u00f6nheit \u2013 und sogar Freiheit. Vielleicht ist es das, was uns wirklich erf\u00fcllt: der Mut, Fehler zu machen und nicht nur daraus zu lernen, sondern auch dar\u00fcber zu schmunzeln. Denn Scheitern ist kein Zeichen von Schw\u00e4che, sondern von Wachstum. Es ist der Prozess des Bessermachens, der uns weiterbringt, und nicht die Vorstellung, immer alles im Griff haben zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Fehler geh\u00f6ren einfach dazu, also warum sich damit verr\u00fcckt machen? Meistens sind es gerade die kleinen Umwege und Stolpersteine, die den Weg spannender und letztlich auch menschlicher machen. Gro\u00dfe Meisterwerke entstehen selten im ersten Versuch. Gerade die Pannen und Peinlichkeiten sind es doch oft, die uns authentisch und echt wirken lassen \u2013 und wer wei\u00df, vielleicht steckt genau darin der wahre Funke Inspiration. Jeder kleine Fortschritt, jeder noch so kleine Schritt nach vorn, ist einen Moment der Anerkennung wert, denn am Ende z\u00e4hlen nicht nur die gro\u00dfen Meilensteine, sondern das Dranbleiben, das Verstehen und das Wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Angekommen zu sein als wahrer Erfolg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich ist \u201eAngekommensein\u201c heute der wahre Erfolg. Es geht nicht darum, was ich alles erreichen k\u00f6nnte, sondern um das, was ich bereits habe. Die Kunst, sich zur\u00fcckzulehnen, ohne immer den n\u00e4chsten Gipfel st\u00fcrmen zu m\u00fcssen. Am Ende ist es nicht das st\u00e4ndige Streben, das uns erf\u00fcllt, sondern das Wissen, dass man auch mal die Aussicht genie\u00dfen darf \u2013 ohne sofort das n\u00e4chste Selfie zu machen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"ja-ich-sehe-die-ironie\"><strong>Ja, ich sehe die Ironie\u2026<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Mir ist die Ironie nat\u00fcrlich nicht entgangen: Hier schreibe ich einen Artikel \u00fcber mich selbst und meinen Weg \u2013 obwohl ich gerade eben noch kritisiert habe, dass so viele Menschen ihre Erfolge \u00f6ffentlich zur Schau stellen. Vielleicht aber liegt darin genau der Widerspruch, den viele von uns sp\u00fcren. Einerseits m\u00f6chte ich meine Gedanken teilen und das Gef\u00fchl weitergeben, dass es in Ordnung ist, einfach \u201eanzukommen\u201c und zufrieden zu sein. Andererseits ist es ja doch wieder eine kleine B\u00fchne. <\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht geht es weniger darum, das Teilen ganz zu vermeiden, sondern darum, sich zu fragen, was der Grund daf\u00fcr ist \u2013 ob es nur der Wunsch nach Aufmerksamkeit ist oder das Bed\u00fcrfnis, etwas Echtes und Wertvolles weiterzugeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, heute wird es mal kurz pers\u00f6nlich. Vor kurzem arbeitete ich mich f\u00fcr ein Projekt aus beruflichen Gr\u00fcnden wieder mal durch LinkedIn und Facebook. 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